Schloss- und Landschaftspark Altenstein

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Meimers

(*)Der Ort hieß 1330 Meimbrechts und 1340 Einbrechts. Der Name gehört zu den sogenannten genitivischen Ortsnamen mit frühen Verlust des Grundwortes und dürfte ursprünglich zum "Aginbrachts Hof" gelautet haben. Wahrscheinlich aus der hochmittelalterlichen Rodungsperiode stammend, kam das Dorf von den Herren von Frankenstein an die Grafen von Henneberg. Es bestand aus vier Teilen: Obermeimers, dem Freihof, dem Gut und Oberfarnbach. Das Dorf hatte zwei Mühlen und seit dem 18. Jahrhundert eine Schule. Meimers war Mittelpunkt der Höfe Bairoda ,Rapoldsgrube, Sorga und Farnbach. Im 18. und 19. Jahrhundert herrschten unter den Mittelbauern und Tagelöhnern ärmliche Verhältnisse. Zur DDR-Zeit wurden die Felder von Meimers von der LPG Witzelroda bewirtschaftet. Der Anbau konzentrierte sich auf Kartoffeln, Getreide und Gemüse. In einer Baumschule züchtete man Obst- und Nadelgehölze sowie Rosen. Bis auf einen privaten Handwerksbetrieb, der Nägel produzierte,war in Meimers kein Gewerbeunternehmen vorhanden. Die meisten Arbeitskräfte pendelten nach Schweina.  Viele Heimarbeiter stellten Klingeln, Kugelnieten, Kupferkrüge und Kraftfahrzeuggummiteile für Schweinaer und Bad Liebensteiner Betriebe her.

Sorga, seit 1923 Ortsteil von Bad Liebenstein

(*) Der Grumbach, der im mäßig bewegten Bundsandsteinhügelland in einer etwa 300m breiten Talaue mit schwachen Gefälle mäandriert, kommt von NNW und biegt am Aschenberg nach SW ab. An dieser Stelle liegen am Rand der Aue die Häuser von Sorga. Das Rittergut mit einer  Gemarkung von 140 ha war vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert in adliger Hand.1858 kam es in den Domänenbesitz Sachsen-Meiningen. Als thüringisches Staatsgut mit 132 ha Land ausgestattet, wurde es 1945 bei der Demokratischen Bodenreform an Kleinbauern verteilt. Zur Zeit der DDR unterhielt die LPG (T) Barchfeld  auf der Gemarkung Sorga eine Jungviehanlage mit  1200 Plätzen und einen Schafstall für 300 Tiere.

 

(*) Quelle: "Werte unserer Heimat", Zwischen Ruhla, Bad Liebenstein und Schmalkalden, Akademie-Verlag Berlin, 1989

Bairoda

Das Gut wird erstmals 1194 urkundlich erwähnt. Westlich schloss sich eine kleine Bauernsiedlung an, die erst Grosendorf und 1516  Beyrode wahrscheinlich nach seinem Gründer Beyer genannt wurde. Das Gut und später erbaute Häuser gehörten zum Amt Herrenbreitungen, wärend die Bauernsiedlung zum Amt Frauenbreitungen gehörte. Dadurch unterstand das Dorf landesherrschaftlich zwei Staaten, Hessen-Kassel (seit 1867 Preußen) und Sachsen-Meiningen (seit 1920 Thüringen). Der sachsen-meiningische Anteil gehörte zur Gemeinde Frauenbreitungen und bildete wegen der großen Entfernung seit 1850 eine selbständige Gemeinde, die 1923 als Ortsteil zu Bad Liebenstein kam. Das Gut gehörte zu der 7 km entfernten Gemeinde Herrenbreitungen. Eine Zusammenführung von Gut und Gemeinde kam erst 1945 zustande. In einem in der Nähe gelegenen Steinbruch wurde der Bairodit , ein dunkler kristalliner Amphibolmigmatit, als Baustein und Straßenschotter abgebaut.


Qelle: "Werte unserer Heimat", Zwischen Ruhla, Bad Liebenstein und Schmalkalden, Akademie-Verlag Berlin, 1989
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