Schloss- und Landschaftspark Altenstein

-Thüringen, das grüne Herz Deutschlands ist einen Besuch wert-

Steinbach & Atterode

Der Ort wurde wurde urkundlich um 1330 erwähnt. Im (1) "registrum domonorum  marchionum " von 1378 (Herausgeber Hans Beschorner - Leipzig 1933) heißt es in der deutschen Fassung: " Steinbachm eyn dorff, do die smyde wonen"

1732 gab es einen großen Dorfbrand. Im 16. bis 18. Jahrhundert gehörte Steinbach zum Amt und Gericht Altenstein, dem erblichen Mannlehen der "Hunde von Wenkheim". In der Geschichte Steinbachs spielten anfangs des 18. Jahrhunderts der Eisenbergbau und später im 19. Jahrhundert der Fluss- und Schwerspatbergbau eine erhebliche Rolle.
Im Ort wohnten Messerschmiede, Schlosser und Bergleute.
(1) 1643 wurde die Innung der Messermacher, 1647 die Innung der Beschaler und 1697 die Innung der Schleifer gegründet.
Im Laufe der Zeit wurden aus Einmann - Handwerksbetrieben kleine und mittlere Unternehmen. 1984 gab es einmal ca. 1 000 Industriebeschäftigte im Ort. Es wurden Messer, Bestecke und Metallwaren gefertigt. Mit dem Ende der DDR kam in Steinbach jedoch der Zusammenbruch von Industrie und Bergbau.

Das Dorf mit seinen ca. 1000 Einwohnern liegt in zwei Tälern, dem Luthergrund und dem Schleifkodengrund, umgeben von ca. 700 m hohen Bergen. Der terassenförmig angelegte Bergfriedhof, liegt hoch über dem Ort, von dem man einen herrlichen Ausblick auf den historischen Ortskern und die Umgebung hat.

(1) Quelle: Steinbach !900 - 1989; Chronik und Kartei (erarbeitet von Otto Apfel; der "Jupp" aus dem Luthergrund)




Blick vom Friedhof auf den Ort



Alte Schule

Zu den bedeutensten Baudenkmälern gehört die barocke Kirche von 1736. Sehenswert sind die Deckengemälde eines unbekannten Künstlers, mit der Gemäldefolge Verkündigung, Geburt, Verklärung und Dreieinigkeit. Der Zyklus wird von Rokokoelementen gerahmt. Die qualitätsvolle Ausstattung entstand um 1745. Die Restaurierung der Kirche erfolgte in den Jahren 1981 bis 1982.

In Steinbach blieben einige Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert erhalten, welche von wertvoller Volksbaukunst zeugen. Sehenswert ist eine alte Haustür am Marktplatz aus dieser Zeit. Interessant ist auch ein Besuch im Heimatmuseum am Kirchberg.
Die  Bahnstrecke von Bad Liebenstein nach Steinbach wurde am 29.05.1927 eingeweiht (Video zur Festveranstaltung in Menüleiste auf "Links" aufrufen!) und am 04.06.1970 fuhr der letzte Gütezug, danach wurde  die Strecke  wegen Unrentabilität wieder eingestellt.


Der Ort ist von dichten Wald und Bergen umgeben. Es gibt wunderschöne Ausflugsziele wie z. B. der Inselsberg, (916m) der höchste Berg desThüringer Waldes, der Dreiherrenstein, der  Landschaftspark Altenstein mit Schloss, die Burgruine Liebenstein und die Ruhlaer Skihütte und vieles mehr. 
Es exsistieren einige gepflegte Pensionen und Ferienwohnungen. In der Karnevals- und Faschingszeit, sowie zur Kirmes im Oktober sind die Steinbacher in der Region für ihren Einfallsreichtum, gute Unterhaltung, Geselligkeit und Gastlichkeit bekannt.


ehemalige größte Naturschanze von Europa in den 60er Jahren


Ehrentafel der Schanzenrekorde und Gewinner des Sprunglaufes

In den 60er und 70er Jahren gab es die damals größte Naturschanze Europas in Steinbach. Sie exsistiert noch heute im Schleifkothengrund (mit zwei anderen Schanzen, welche zum Teil mit Matten belegt sind). Bei Skispringen waren damalige Sportasse wie Helmut Recknagel (Weltmeister), Harry Glass und Werner Lesser, sowie viele ausländische Skispringer am Schanzentisch.  Diese Zeit bezeugt ein Denkmal im Schleifkothengrund.   Diese Schanze erfüllte in den folgenden Jahren die sicherheitstechnische Standards nicht mehr und wurde außer Betrieb gesetzt. (2) Zum Sprunglauf am 11.01.1959 hatte Steinbach 20000 Besucher.
Das enge Tal im Schleifkodengrund wird vom Bach Steinbach durchflossen. Mit seinem starken Gefälle trieb der Bach einst zahlreiche Schleifkothen der Steinbacher Messerschmiede und einen Eisenhammer an. Von den ehemaligen Schleifkothen ist leider nichts mehr vorhanden.


In den 80ger Jahren fanden jährlich ca 4000 Urlauber in dem kleinen malerischen Ort Erholung. Steinbach ist für erholsame ruhige Urlaube, Wanderurlaub, für Familien mit Kindern in jeder Jahreszeit bestens geeignet.

In der Zeit vom 09.06. bis 11.06. 2017 findet oberhalb von Steinbach, auf der Bergrennstrecke (5,5 km Länge) das traditionelle "Glasbachrennen", die Europameisterschaften im Bergrennen mit 2 Läufen pro Tag statt. (Kontakt siehe Menüleiste)

Unweit von Steinbach steht in einem kleinem Tal das Lutherdenkmal, ein etwa 8m hoher Obelisk. Das Denkmal soll an die Stelle erinnern, an der der Reformator Martin Luther auf der früher bestehenden Strasse von Möhra (Stammort von Luther) nach Waltershausen von Vertrauensleuten des Kurfürsten von Sachsen nach dem Reichstag in Worms gefangen genommen und auf die Wartburg in Schutzhaft genommen wurde.

Am 06.05.1917 wurde im "Grünen Baum" am Marktplatz das Steinbacher Messerstübchen eröffnet mit Werksverkauf für Steinbacher Messer (Kontakt siehe Links in Menüleiste).

Zu Steinbach gehört der Ortsteil Atterode. Eine Kapelle in Ottinrode wird erstmals 1183 unter den Besitzungen des Klosters Frauenbreitungen erwähnt. Atterode kam 1330 von den Herren von Frankenstein an die Grafen von Henneberg, die den Ort 1492 an die Familie Hund von Wenkheim zu Altenstein verliehen.
Während des Bauernkrieges soll der Ort zerstört worden sein. Die Überlebenden sollen sich am heutigen Ort Steinbach angesiedelt haben.
 Ein Bergwerk wird 1460 urkundlich erwähnt. 1842/43 ließ Joseph Meyer (Begründer des Bibliographischen Instituts in Hildburghausen) ein neues Bergwerk anlegen um Eisenstein abzubauen, was aber an ungenügenden Transportverhältnissen scheiterte. Erst 1911 nahm man den Abbau erneut auf. Die Bergbauperiode endete 1965.



1) Registrum dominorum marchionum - Verzeichnis der Landgrafen von Thüringen und Meissen - jährlich in den Wettinischen Ländern zustehenden Einkünfte
(2) Quelle: Stenbach 1900 - 1989; Chronik und Kartei erarbeitet von Otto Apfel, der Jupp aus dem Luthergrund
Quelle:  "Werte unserer Heimat", Zwischen Ruhla, Bad Liebenstein und Schmalkalden, Akademie-Verlag Berlin, 1989

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